Mid-Century Studio im Berliner Hansaviertel
Wir haben die Sanierung eines Mikro-Apartments in einem Hochhaus im Berliner Hansaviertel abgeschlossen – dem Mittelpunkt der Internationalen Bauausstellung Interbau von 1957.

Wohnen neu gedacht
Die Nachkriegsbauzeit Berlins war auch von Experimentierfreudigkeit geprägt. Die Wohnhochhäuser entlang des Tiergartens wurden mit dem Ziel entworfen, auf kleinem Raum Stadtwohnungen zu schaffen, um der wachsenden Bevölkerung gerecht zu werden, die einen weniger konservativen und weniger auf Familie fokussierten Lebensstil anstrebte.
Ein Rückzugsort mitten im urbanen Leben
Schon beim Eintreten fesseln die großen Fenster mit Blick in den Park. Tageslicht erfüllt das Studio und schafft Großzügigkeit.
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Die schlichte L-Küche überrascht mit einem besonderen Detail: Ein schwenkbarer Tisch am Ende der Küchenzeile verwandelt sie je nach Bedarf von einer U- in eine lange L-Form. So öffnet sich der Blick auf die großzügige Fensterfront und zugleich entsteht eine klare Trennung zwischen geselligem Bereich und Rückzugszone.

Kompakte Funktionalität
– mit einem Gimmick
Kork & the mid-century

Als Bodenbelag erlebte Kork seine Blütezeit in der Mid-Century-Ära und findet sich bis heute im Originalzustand in zahlreichen Architektenvillen Kaliforniens.
Neben seiner thermischen und akustischen Dämmung bietet das Material eine weitere Komfortebene: Barfußgehen wird durch die warme Haptik besonders angenehm.
Seine bleibende Schönheit liegt in den unregelmäßigen, natürlichen Strukturen, die Kratzer und Spuren der Zeit elegant kaschieren.

Korkböden waren prägend für viele Apartments dieser Zeit – so nutzten auch Charles und Ray Eames das Material in ihrer eigenen Residenz und im Büro.


„Die Details sind nicht nur Details. Sie machen das Design aus.“
– Charles Eames

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Beim Eintreten empfängt uns eine moderne, vertraute Komposition: Spiegel und Konsole auf der einen Seite, eine Lamellenwand mit integrierter Bank auf der anderen. Diese Wand ist das einzige Element, das den Schlafbereich subtil abgrenzt. In der Hauptebene wurde ein neuer Korkboden verlegt, der sich bis in den Küchenbereich fortsetzt.

Die Renovierung knüpft an den ursprünglich geplanten offenen Grundriss an und rückt Wohn- und Schlafbereich zur großzügigen Fensterfront in den Mittelpunkt.



Nahtlose Schlichtheit
Gerade bei einem offenen Grundriss auf kleinem Raum war es entscheidend, Ruhe zu bewahren – Linien zu verbergen und jede Spur von Unruhe auszublenden. Die Badezimmerwände sind mit tiefgrünen Marazzi-Fliesen verkleidet, die das Licht einfangen und dem privaten Bereich eine subtile Eleganz verleihen.
